Workaway – Unsere erste Erfahrung der Freiwilligenarbeit

Bereits bevor wir losgereist sind, wussten wir, dass wir an irgendeinem Punkt arbeiten würden. Arbeiten im Sabbatical? Steht das nicht im Gegensatz? Für uns definitiv nicht. Während ich immer noch ein bisschen für meinen eigentlichen Job tätig bin, arbeiten wir sowieso an privaten Projekten. Beispielsweise schreibt der Blog sich nicht von allein. Jedoch war der Grundsatz für uns immer, dass wir nicht arbeiten wollen, weil wir Geld benötigen. Wir hatten eher immer geplant zu arbeiten, um selber etwas zu lernen oder Leute mit unserem Wissen zu unterstützen. Wir haben immer davon geträumt soziale Projekte zu unterstützen und mit Tieren zu arbeiten, wozu wir hoffentlich auch noch die Gelegenheit haben werden.

Wie findet man denn Arbeit unterwegs? Hierzu gibt es eine Vielzahl an Plattformen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: helpx, wwoof, volunteerbase, workaway usw.

Wir haben uns für den größten Anbieter entschieden. Die Entscheidung fiel instinktiv und weil uns die professionelle Homepage und App überzeugten. Man registriert sich, zahlt die Beitragsgebühr und dann geht die Suche los. Ich wusste, dass Kappadokien (bedeutet Land der schönen Pferde) bekannt für Reiten ist. Also haben wir spontan nach Möglichkeiten auf einer Pferderanch gesucht, da wir sowieso vor hatten hier mindestens eine Woche zu bleiben.

Wir wussten von Freunden, dass man die potenziellen Anbieter möglichst früh anschreibt. Bei uns waren es allerdings nur 3 Tage im Voraus. Prompt hatten wir eine Zusage auf einer Pferderanch. Im Normalfall klärt man vorher ab 1) wie lange man bleibt, 2) welche Arbeit es umfasst, 3) was die Gegenleistung für die Arbeit ist. Wir sind einfach hingefahren und haben uns überraschen lassen.

Anfangs gestaltete sich die Kommunikation schwierig, denn die Jungs von der Ranch können kein Englisch. Zum Glück bleibt da noch die Körpersprache und Google Translator, Problem gelöst! Wir haben täglich ca. 4 h gearbeitet. Dabei haben wir die Pferde für die Touren startklar gemacht und hauptsächlich die Touristen auf den Pferdetouren entertaint. Das heißt wir sind bei den Touren mitgelaufen oder geritten und haben viel gequatscht, gelacht und unzählige Erinnerungsfotos von den Teilnehmern in dieser traumhaften Landschaft geschossen. Dabei haben wir tolle Menschen kennengelernt und konnten der Pferderanch Doga helfen, denn als Tourist fühlt man sich doch wohler, wenn man sich unterhalten kann. Ab und zu hatten wir auch Leerlauf. Rumsitzen und warten liegt uns nicht so sehr. Deshalb haben wir beispielsweise 10 kg Plastikmüll in der Nähe der Farm gesammelt, um Ozeankind zu unterstützen. So sieht die Landschaft schöner aus, Touristen fühlen sich wohler und wir konnten Menschen beibringen, wieso Müll nicht in unsere Landschaft gehört. Da wir beide in der Beratung tätig sind, verwundert es mich im Nachhinein nicht, dass wir noch einige andere Verbesserungen vornehmen konnten. Beispielsweise haben wir uns um Social Media gekümmert, ein Prospekt erstellt, was die Pferde beschreibt und einen Weg gefunden, wie die Kunden ganz einfach Reviews bei tripadvisor hinterlassen können.

Für unsere Arbeit haben wir eine Unterkunft und Essen erhalten. Wir waren mehrmals selbst reiten, hatten Sonnenaufgangs- untergangsausritte, konnten auf den Pferden die Sonne, Steinformationen und Ballons bestaunen. Eigentlich müssten wir dafür eher etwas zahlen als etwas zu bekommen.

Am schönsten sind jedoch die Erlebnisse mit den Menschen. Saffet und Murrat sind die Besitzer der Ranch. Sie haben uns vollkommen integriert. Wir haben zusammen gegessen, gelacht, nochmals gelacht und wieder gelacht. Sie haben uns mit offenen Armen und einem großen Herz empfangen und uns in ihre Familie aufgenommen. Hayrullah ist der Tour Guide. Er kommt aus Afghanistan. Die Umstände in denen er aufgewachsen ist, kann sicherlich keiner von uns nachvollziehen. Wir bewundern ihn! Wie kann man einfach immer so fröhlich sein, strahlen, lachend durch das Leben gehen und zufrieden sein wie er?

Gelernt haben wir einiges. Wir konnten Reiten und die Tiere pflegen. Die Nähe zu Pferden und dem Hund „Pasha“ gibt innere Ruhe. Es ist ein schönes Gefühl die Wärme der Tiere zu spüren. Das waren wahre Einblicke in die türkische Kultur und irgendwie auch in die Tourismusindustrie. Alles Sachen, die wir vorher nicht wussten und kannten. Wir haben auch gelernt, dass man immer helfen kann. Keiner von uns ist allwissend. Wenn mehrere Leute ihr Wissen, Erfahrungen und Kenntnisse zusammenbringen, können wir Sachen immer besser machen. Es war schön zu sehen, dass wir auch einen Mehrwert bieten können. Nach unserem Touristenleben der letzten 3 Monate hat es gut getan einer sinnstiftenden Arbeit nachzugehen. Arbeit ist eigentlich das falsche Wort, denn wir haben uns Hilfe freiwillig und gerne angeboten. Sollte sich ein Beruf nicht immer so anfühlen?

PS: 3 Wochen nach unserem workaway sind wir immer noch hier, schauen jeden Tag auf der Ranch vorbei, gehen mit Pasha spazieren, gelegentlich gehen wir reiten und immer lachen wir zusammen 😊

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