Iran Backpacking Tipps

Nach gut 2 Monaten ist das Leben im Iran für uns zur Normalität geworden. Fast täglich beobachten wir Neuankömmlinge, die sich mit manchen Gegebenheiten schwertun. Aus diesem Grund haben wir ein 8 Tipps für den Iran zusammengestellt. In einem weiterem Artikel haben wir auch unsere Erfahrungen zum Camping im Iran zusammengefasst.

1. Iranische Währung

Bezahlt wird im Iran in der Währung Rial. Doch oft nutzen die Verkäufer Toman zur Preisangabe. Das kann verwirrend sein. Vor der Währungsreform nutzten die Iraner Toman als Zahlungsmittel. Ein Toman wurde dann bei der Reform durch 10 Rial ersetzt. Beispielswiese fragt ihr nach einem Preis auf dem Bazar und jemand antwortet euch „200.000“. Dann stellt sich die Frage sind 200.000 Toman gemeint, was 2.000.000 Rial bedeutet oder sind 200.000 Rial gemeint, was 20.000 Toman bedeutet. Fragt einfach immer nach. Wir hatten nicht ein einziges Mal das Gefühl, dass jemand nicht ehrlich zu uns war.

2. Kartenzahlung und Bargeld

Eigentlich ist der Iran sehr fortschrittlich, was den bargeldlosen Verkehr angeht. Man kann hier sogar Kleinstbeträge in Höhe von 5 Cent für ein paar Schnürsenkel auf dem Bazar mit Karte zahlen. Jetzt kommt die Kehrseite. Das funktioniert bis auf weiteres nicht mit der Visa oder Mastercard aufgrund des Embargos. Für Touristen gibt es aber auch die Möglichkeit eine lokale Pre-Paid Kreditkarte zu beantragen. Meist hilft euch das Hostel dabei. Der bekannteste Anbieter ist die Mah-Card. Wir haben uns gegen eine Kreditkarte entschieden, um die Anmeldegebühren zu sparen. Somit haben wir das Bargeld für unseren kompletten Iranaufenthalt dabei. Ihr müsst euch gründlich überlegen wie lange ihr hier bleibt und wie viele Geschenke ihr kaufen wollt, denn man kommt hier nur äußerst schwer an Geld. Better safe than sorry, sagt Sarah immer. Nehmt also lieber etwas mehr Geld mit. PS: Wir haben einmal Geld in einem Hostel bekommen können, da deren Buchhalter illegalerweise in Großbritannien stationiert war. Wir haben das Geld per Paypal versendet und vor Ort ausgezahlt bekommen.

3. Umrechnungskurs

Du kommst am Flughafen an und brauchst dringend Bargeld. Du nutzt Google und prompt wird dir angezeigt 1 € = 50.000 Rial. Du findest jemanden der dir freundlicherweise einen Kurs von 70.000 Rial bietet und fühlst dich überglücklich, da sich dein Geld vermehrt hat. Eine Stunde später bekommst du mit, dass du eigentlich die Hälfte deines Geldes verloren hast! Der Kurs beträgt nämlich 1 € = 140.000 Rial. So ist es leider einen unserer Freunde ergangen. Online wird dir nur der offizielle Kurs angezeigt, der hat nichts mit dem Kurs im Land zu tun. Es fühlt sich so an als ob die Regierung die Schwäche der Währung vertuschen will (meine Verschwörungstheorie). Um den wahren Kurs herauszufinden, empfehlen wir euch Bonbast zu nutzen (Achtung: wenn ihr im Iran seid, benötigt ihr hierfür einen VPN). Beachtet, dass der Kurs stark schwankt. Während unserer 2 Monate gab es Schwankungen von fast 10%. Manchmal haben wir auch auf der Straße getauscht. Der Kurs ist hier verhandelbar. Man muss aber wachsam sein, dass alles mit rechten Dingen zu läuft. Die beste Wechselstube haben wir in Yazd gefunden.

4. VPN

Wie bereits erwähnt, ist ein VPN unabdingbar im Iran. Viele Seiten wie Facebook sind im Iran gesperrt. Ihr könnt es nur nutzen, wenn ihr dem Internet vorgaukelt, ihr seid bspw. in den USA. Installiert es am besten vor eurer Abreise. Es gibt einige kostenfreie Anbieter. Wir haben Proton VPN und Express VPN genutzt.

5. SIM Karte

Eine SIM Karte erhaltet ihr ganz einfach mit eurem Reisepass im nächstbesten Irancell Laden. 10 GB plus SIM Karte kosten 5 €. Ein Traum, solange man weniger als einen Monat hier ist. Denn dann muss man die IMEI Nummer seines Handys registrieren lassen. Wir haben es nicht versucht, aber günstig soll es nicht sein. Somit waren wir ab dem zweiten Monat auf WLAN angewiesen, was manchmal gar nicht so einfach zu finden ist.

6. Taxi

Ihr seid am Flughafen, habt nun Bargeld, eine SIM Karte und braucht ein Taxi. Ihr kennt den üblichen Preis nicht, der Taxifahrer kann kein Englisch und schon liegen die Nerven blank. Kein Problem. Im Iran nutzen die Leute Snapp! statt Uber. Es funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Ihr gebt Abfahrts- und Ankunftsort ein. Der Preis wird von der App festgelegt und ihr seht transparent wer euch abholt. Aufgrund des Embargos findet ihr die App nicht im Appstore und manchmal funktioniert die App für iOS nicht. Die Internetseite hilft euch aber weiter. Im ersten Schritt hätte ich es allerdings nicht hinbekommen die App zu installieren. Fragt einen Local, die helfen euch gerne.

7. Trampen

Das Konzept des Trampens ist den meiste Iranern nicht bekannt. Gerne nehmen sie, aber Leute mit. Zu beachten ist aber, dass sie meist Geld erwarten. Deshalb redet vorher offen darüber und fragt ob es Taarof ist. Den Daumen raushalten kommt hier dem Stinkefinger zeigen gleich.

8. Taroof

Das verwirrendste Konzept was mir bekannt ist, ist Taroof. Was ist das eigentlich und warum ist es manchmal so schrecklich verwirrend für Ausländer? In der iranischen Kultur beschreibt Taroof eine besondere Form der Höflichkeit. So wird man oft mit den Worten „Sie sind mein Gast“ eingeladen, ob beim Taxi Fahren, nach einem Stück Kuchen und Tee in einem Cafe. Die Iraner sind höflich. Sie sagen zwar, dass Sie einen einladen oder kein Geld haben wollen, meinen es aber manchmal nicht so, es ist dann eher so als Höflichkeitsfloskel gemeint…wie findet man also als Reisender heraus, ob es nun ernst gemeint ist oder nicht, bin ich jetzt wirklich eingeladen oder nicht? Uns hilft es, mindestens 3 Mal nachzufragen oder sogar die Einladung abzulehnen und auf die Bezahlung zu bestehen. Nach dem drei-maligen hin und her, sollte dann klar sein, ob man wirklich eingeladen ist oder sein gegenüber nun doch die Bezahlung übernimmt.

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