Südasien – Reminiscing

Ein Jahr ist die Reise nun her. Schwelgen wir doch ein bisschen in Erinnerung.

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Dhaka – Kamrangirchar

Nach den guten Erfahrungen im Dhavari Slum in Mumbai stand noch ein Mal „Sightseeing etwas anders“ auf der Liste. Die Halbinsel Kamrangirchar liegt im Buringa Fluss. Durch Umleitung des Flusses und Aufschuettung von Land waechst nicht nur diese Flaeche im Zuge des anhaltenden Bevoelkerungswachstums. Kamrangirchar ist ein Industriegebiet, wo Plastik und Aluminium recyclet wird, Ballons und Alugussteile hergestellt werden. Mein Rickshawfahrer des Vertrauens hat seine Kontakt spielen lassen und so hatte ich Einblicke in verschiedene Fabriken und Manufakturen.

Abschliessend muss ich einfach festhalten, dass Bangladesch erschreckend schoen ist. Schoen, weil die Herzlichkeit, die ich hier erfahren durfte, nicht zu ueberbieten ist. Das wird auch nochmal daran deutlich, dass ich den ganzen Abend bei meinem Rickshawfahrerfreund zu Hause verbracht habe. Hinzu kommt noch, dass ich erstmals auf meiner Reise Fussball schauen konnte, was ich dem bengalischen Free-TV hoch anrechnen muss. Schade, dass ich nicht mehr am 14.4. zum bengalischen Neujahr hier bin.

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Sonargaon

Sonargaon ist auch als goldene Stadt bekannt. Sie war bis zum 17. Jhd. immer wieder die Hauptstadt Bengals. Heutzutage ist es eine kleine Dorfgemeinde.

Die goldene Stadt eignet sich als Tagesausflug von Dhaka aus. Man findet von jedem Busbahnhof eine Verbindung hier her. Die Fahrt dauert eine Stunde und kostet 40 Takka. Von der Bushaltestelle kann man alles zu Fuss erkunden, auch wenn alle Einheimischen sagen, dass man eine Rickshaw braucht. Zufaellig habe ich heute Frueh auch meinen Rickshawfahrerfreund getroffen und ihn prompt eingeladen, da er noch nie dort war.

In Sonargaon gibt es ein Volksmuseum, was eher durch die Parkanlage beeindruckend ist als durch die Ausstellung. Unweit davon entfernt findet man nachgeahmte britische Kolonialgebaeude. Es wirkt wie eine verlassene Stadt aus einem Westernfilm, da die Haeuser unbewohnt sind. Ausserdem gibt es noch Moscheen und Tempel aus dem 16. Jhd. Abseits der unlaenglich bekannten Wege wird man fuer seine Muehe belohnt. Das Dorfleben, die Natur, die „Teehaeuser“ und vor allem die interessierten Bewohner geben einem eine Vorstellung wie die meisten hier ihr Leben fuehren.

Ca. 3 km entfernt findet man eine riesengrosse Textilfabrik, die besser bewacht ist als jeder deutscher Militaerstuetzpunkt. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Genau deshalb haben wir einen lueckenhaften Zaun gefunden und haben die Fabrik erkundet bis wir erwischt wurden. Mit einem freundlichen Laecheln und dem Versprechen, dass ich die Facebookfreundschaft von dem Sicherheitsmann annehme, war due Sache auch gegessen. Leider haben wir es nicht in eine produzierende Fabrikhalle geschafft, denn wie die Nachfirschung auf Google ergab, wird hier Kleidung fuer H&M, Zara, Tesco und Wal Mart produziert.

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Dhaka City

Die Hauptstadt Bangladeschs gehoert zu den Top Ten der groessten Staedte der Welt. Im Gegensatz zu den anderen Staedten verzeichnet sie aber immer noch einen starken Bevoelkerungszuwachs. Und genau so fuehlt es sich hier an. Die Stadt scheint unendlich gross zu sein. Die meisten wissen, dass der Verkehr in Vietnam oder Indien ziemlich verrueckt ist. Ganz ehrlich, das ist harmlos im Gegensatz dazu, was man hier zu Gesicht bekommt. Der Verkehr ist aber wahrscheinlich auch das groesste Problem hier. Er laehmt den Handel und die Vitalitaet der Menschen. Oftmals lohnt es sich nicht eine Rickshaw zu nehmen, da man die zwei km schneller zu Fuß unterwegs sind. Dies gilt vor allem fuer Alt-Dhaka.

Der Einfachheit halber laesst sich die Hauptstadt in Alt-Dhaka (Puran Dhaka), dem Stadtteil am Fluss gelegen und in Zentral-Dhaka, der etwas „modernere“ Teil, aufteilen.

Beide Stadtteile haben etwas gemeinsam: Es gibt eigentlich keine Sehenswuerdigkeiten. Klar sind verschiedene Gebaeude oder Einrichtungen in der einschlaegigen Literatur als Sehenswuerdigkeit beschrieben. Jedoch wuerden wir Europaer dies nicht als Sehenswuerdigkeit betrachten. Das Sehenswerteste sind hier eigentlich die farbig geschmueckten Fahrradrickshaws.

In Alt-Dhaka gilt es sich einfach in den unzaehlig kleinen Gassen, die mit Fahrradrickshaws verstopft sind, zu verlieren. Wer nicht schon mit dem Boot unterwegs war, der sollte sich in den „Nussschalen“ auf dem Buriganga Fluss umherfahren lassen. Die einzige Sehenswuerdigkeit Dhakas ist das Lalbagh Fort, weshalb es zum Pflichtprogramm gehoert. Genau dort hat mich eine Familie adoptiert und auf eine Pizza eingeladen. Kleiner Tipp: Dieser Stadtteil ist nur bei guter Laune zu empfehlen. Sonst ist man schnell vom Verkehr genervt. Eine empfindliche Nase sollte man auch nicht haben. Allen Abenteurern wird dieser Ort definitiv gefallen.

Zentral-Dhaka ist eher das Dienstleistungszentrum und ist nicht so sehr vom Handel gepraegt wie Alt-Dhaka. Das Regierungsgebaeude sollte man sich ansehen. Es ist nicht schoen aber selten. Die Dhaka Universitaet ist ein super Platz, um endlich mal mit Leuten englisch zu sprechen, um so ein paar Tipps abgreifen zu koennen.

Rickshaws zu nutzen kann nervig sein. Mal fahren die Fahrradrickshaws nicht weit genug, da die Strassen zu stark befahren sind und die Autorickshaws sind oft masslos ueberteuert. Die Verhandlungen scheitern oft an der Sprache. Mein neuer Freund Abdul Rahim ist der einzige Fahrradrickshawfahrer, der englisch sprechen kann. Er kennt sich super aus, faehrt ueberall hin und ist ein Persoenlichkeit fuer sich. Seine Preise liegen zwar ueber dem Durchschnitt, doch das spart ihr wieder, wenn er die Preise beim Shopping drueckt. Seine Kontaktdaten: 01719090989 oder 01733769889 oder purho_111@yahoo.com

Das Hotel Pacific ist fuer Budgetreisende nicht die guenstigste Wahl aber dafuer gibt es hier sehr hilfreiches Personal und westlichen Standard in der Raumausstattung. Das gilt nicht oft fuer die guenstigeren Unterkuenfte in Alt-Dhaka. Ausserdem ist es hier wahrscheinlich, dass man mal wieder einen „Weissen“ sieht. An dieser Stelle: Gruss an Reinhard 🙂

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Hularhat – The Rocket

Von Khulna aus muss man ca. 1 Stunde nach Pirojpur fahren, um dann mit einer Elektro-Rickshaw zur Anlegestelle vom The Rocket Boot in Hularhat zu gelangen. Die 4 Boote, welche als the Rocket bekannt sind, haben ihren Ursprung in den 20’er Jahren. Fuer die mehr als 200 km lange Strecke zur Hauptstadt Bangladeschs, Dhaka, braucht man mit dem Schaufelradboot gute 15 h (Abfahrt: 14:00 Uhr, Ankunft: 5:00 Uhr).

Die Fahrt ist einfach nur empfehlenswert. Man kriegt Eindruecke der Natur, realisiert, dass das komplette Land ein Flussdelta ist und sich das ganze Leben am Wasser abspielt. Es hatte auch etwas Nostalgisches zu sehen wie Leute bereits vor fast 100 Jahren gereist sind.

Wenn man dem Captain einen Tee spendiert, darf man das Schiff auch mal lenken und die Insassen durch das Mikrofon wie folgt begruessen: „Here is Captain Toni from Germany. Heartly welcome to our trip to the capital of Bangladesh, Dhaka. Have a pleasent journey.“ Verstanden hat es wohl keiner 🙂

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Bagerhat

Bagerhat hat einige Moscheen aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu bieten. Mit dem Bus brauch man ca. 1 Stunde (0,60€) von Khulna aus.

Besonders zu empfehlen ist die Chunakhola und die Bibi Begnis Moschee, denn hierbei laeuft man ueber abgelegene Dorfstrassen. Als „Weisser“ ist man sowie so schon ein Phaenomaen in Bangladesch. Spaetestens hier fuehlt man sich als Ausserirdischer.

In dem Dorf gibt es jede Menge aufgeweckter Kids, die sofort ihre paar Brocken Englisch ausprobieren wollten. Letztlich hab ich einen Mann kennengelernt, der mich prompt zum Essen eingeladen hat. 4 Stunden spaeter waren mein Zeichensprache und meine Kenntnisse in Bengalisch so gut, dass ich nun zukuenftig „fortgeschritten“ in meinen Lebenslauf schreiben kann. Wir haben gegessen, Chai getrunken, Fussball gespielt, Englisch Hausaufgaben erledigt und Kinder bei einer Mini Playbackshow zugeschaut. Fazit: Geiler Tag!

In Bangladesch findet man wohl nicht die grossen Weltwunder und Sehenswuerdigkeiten, jedoch viel mehr das, wonach sich Reisende sehnen: Unentdecktes, Unberuehrtes, in der Zeit zurueck versetzt, offene und herzliche Menschen. Das ist natuerlich auch mit Strapazen verbunden wie Sprachbarrieren, wenig Informationen, ungebildete Menschen, fernab jeglicher westlicher Standards und hinzu kommt hier noch das tropische Klima. In meiner langen einheimischen Kleidung (um nicht noch mehr aufzufallen) faellt es manchmal schwer sich zu motivieren.

Warum macht man das Ganze? Zum einem ist es ein Abenteuer. Luxus gibt es bei uns zu Hause genug. Es steigert die Wertschaetzung von alltaeglichen Dingen. Man erlebt ein Leben wie es unsere Grosseltern erlebt haben. Es steigert das Verstaendnis fuer Probleme hier. Und letztlich ist man auch immer auf der Suche, um Sachen besser zu machen.

Das Hotel Mahona gilt laut der einheimischen Bevoelkerung als das beste Hotel. Fuer 2 € die Nacht kann man hier unter kommen. Hotels sind rar, deshalb wird man sich mit dem niedrigen Standard zufrieden geben muessen, mein Zimmer hat noch nicht mal Fenster.

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Khulna

Nach ca. 5 Wochen Indien ist es nun Zeit fuer ein neues Kapitel. Hallo Bangladesch! Man kennt es nur als eines der aermsten Laender der Welt. Es belegt den 146. Platz beim Human Development Index (von 182). Ausserdem ist dieses Land mehr von Naturkatastrophen wie jaehrlichen Ueberschwemmungen, Wirbelstuermen, Erdbeben usw. gesegnet als von Weltkulturerben. Spaetestens wenn man auf das Herkunftsland seines H&M Shirts schaut, sollte einem Bangladesch ein Begriff sein.

Was ist bisher anders?
Es ist ein streng muslimischer Staat. Die Frauen sind stark verschleiert. Im Strassenverkehr findet man mehr Fahrradrickshaws als Kraftfahrzeuge und auf der Zugfahrt war es eine Seltenheit ein Gebaeude aus Stahlbeton zu sehen.

Von Kalkutta geht es erst 3 h mit dem Bus zum Grenzuebergang in Petrapol. Dann sollte man sich mit einer Rickshaw zum 2 km entfernten Bahnhof fahren lassen. Von dort aus faehrt der Zug 3 h bis nach Khulna fuer 0,40 €. Die Zuege sind masslos ueberfuellt, sodass ich nicht dazu kam Fotos zu machen, da ich beschaeftigt war meine sieben Sachen zusammenzubehalten. Als bekennender Zugliebhaber kann ich die Fahrt nur empfehlen. Sie gibt erste Eindruecke wie das Leben auf dem Land ist. Es ist erschreckend und zugleich faszinierend. Nichtsdestotrotz sind die Menschen sehr offen, sodass ich die ganze Fahrt ueber in Gespraechen verwirckelt war, obwohl das Englisch meist maessig war.

Khulna als Hauptstadt der gleichnamigen Provinz bietet nichts sonderlich Sehenswertes. Motto: Einfach treiben lassen. Deshalb bin ich den restlichen Tag mit jemanden, den ich im Zug kennengelernt habe, durch die Stadt geirrt.

The Guide Tours dient als inoffizielle Touristeninfornation und ist super, um den weiteren Trip zu planen. (hmbablo56@yahoo.com)

Das Western Inn gilt wohl als bestes Hotel hier. Fuer 13 € inkl. Fruehstueck und WLAN ist es super. Den Standard werden die weiteren Unterkuenfte hier wohl nicht mehr erreichen.

Khulna

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