Retreat – Eine Reise ins Wonderland

Wir haben das erste Mal eine Woche in einem Retreat verbracht. Aber was ist das eigentlich? Wie finde ich das Richtige? Was macht man da? Und wie läuft das ab?

Als Retreat wird eine Umgebung bezeichnet, wo man sich auf eine spirituelle Ruhepause begibt. Puh, spirituelle Ruhepause hört sich hart an. Heißt aber lediglich, dass ihr euch mit euch und eurer Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt. Es gibt unendlich viele Arten, wo verschiedene Praktiken wie Yoga, Gesundheit, Ernährung, Meditation, Ayurveda usw. im Fokus stehen. Somit sollte es für jeden Topf einen Deckel geben (ja genau, es sei denn du bist ein Wok 😉).

Ich war mir anfangs nicht sicher, ob ein Retreat etwas für mich ist. Warum? Ich hatte einen ganzen Backpack voll Vorurteile. Letztlich ist es ein ganz normaler Urlaub, wo man besonderes Augenmerk legt auf das was einem Spaß macht.

Wie findet man nun das Richtige?

Da ich gerne meditiere und mich auch gerne sportlich betätige, haben wir uns ein Camp, wo Yoga & Meditation im Fokus steht ausgesucht. Für Sarah war es noch sehr wichtig sich vegan zu ernähren. Wir haben also einfach nach einem Retreat gesucht, was den Fokus auf unsere Vorlieben legt. Auf BookRetreats wurden wir dann auf Koh Phangan fündig und haben uns für das Wonderland Center entschieden.

Aber was haben wir da nun gemacht?

Wir haben unzählige Arten von Meditation und Yoga ausprobiert. Das beinhaltete geführte Meditationen, Sound Healing, Acro Yoga, Aerial Yoga, Vinyasa Yoga, Kundalini Yoga usw. Die Arten unterscheiden sich hinsichtlich Aktivitäts- und Intensitätsgrade. Beispielsweise ist das Kundalini Yoga eher ruhig und beinhaltet wenig Bewegungen. Acro Yoga ist beispielsweise aktiver. Hier werden Figuren mit einem Partner einstudiert. Besonders lustig! Sarah hatte viel Spaß beim Ariel Yoga, wobei die Figuren meist in einem Tuch hängend aufgeführt werden. Das Programm war so abwechslungsreich das garantiert was für jeden dabei ist!

Wie läuft das ab?

Das variiert von Angebot zu Angebot. Bei uns waren alle Veranstaltungen freiwillig. Das heißt du kannst am Tag bis zu 10 Veranstaltungen oder zu keiner gehen. Meist haben wir 2 bis 3 Klassen besucht. Die Freiheit wählen zu können, war mir besonders wichtig. Wenn dir Disziplin nicht so leichtfällt, gibt es auch Anbieter mit festem Programm.

Fazit

Anfangs habe ich mir immer einen Roller gemietet und habe für ein paar Stunden die Insel erkundet. Ich konnte nicht stillsitzen. Nach 2 Tagen hatte ich realisiert, dass ich mich doch eigentlich mehr mit mir selbst beschäftigen wollte, also habe ich mehr im Camp verweilt, gelesen und zack habe ich auch mehr tolle Leute kennengelernt. Besonders positiv war, wie gemütlich die Anlage hergerichtet war. Überall gab es schattige Plätzchen unter Palmen und Hängematten. Die Einrichtung hat es so gemütlich gemacht.

Ich würde mich als freiheitsliebend beschreiben und probiere einfach zu gerne neue Sachen aus, deshalb war es für mich perfekt, dass das Wonderland eher viele verschiedene Sachen angeboten hat. Das ist vor allen Dingen für Yoga- und Meditationsanfänger super, denn so kann man herausfinden was man mag und beim nächsten Mal sucht man sich ein Camp, wo man dann seiner Lieblingspraktik nachgeht.

Geholfen hat es auch, dass das Wonderland im Landesinneren war. Am Strand wäre ich mit allem beschäftigt gewesen, nur nicht mit den Angeboten des Retreats.

Was bleibt in Erinnerung?

Besonders verrückt war der Kurs „Rebirthing“. Das ist eine besondere Atemtechnik, die zu verrückten Erlebnissen führt. Durch den schnelleren Atemrhythmus gelangt mehr Sauerstoff ins Gehirn und es entsteht eine Art Hyperventilation. Angeblich erreicht man somit tiefe Bewusstseinszustände und kann Traumata erleben, ändern und verarbeiten. Mein Körper hatte sich angefühlt als ob er elektrisiert und super schwer ist. Das fand ich schon verrückt. Es gab aber Kursteilnehmer, die tatsächlich eine Geburt erlebt hatten. Eine Frau hatte fast einen Orgasmus. Ein Mann dessen Fuß taub ist, konnte Reize im Fuß wahrnehmen und einige haben ununterbrochen geweint. Ob das ganze zu irgendwas einen positiven Beitrag leisten kann, möchte ich nicht beurteilen. Es ist in jedem Fall eine intensive Erfahrung.

Ich weiß nicht wann ich mir freiwillig das letzte Mal so viel Ruhe gegönnt habe. Ok im Retreat gab es reichlich viele Möglichkeiten den Tag zu gestalten, jedoch sind das viel weniger Reize als ich mich sonst aussetze. Es gab keine Abenteuer an neuen Orten. Keine Millionen Entscheidungen zu treffen und das Smartphone wurde auch selten genutzt. Nach der Woche fühlt man sich definitiv ruhiger, erholter und voller Kraft.

In Erinnerung bleiben werden uns auch viele neue Freunde. Wir haben die 2 Wochen nach dem Retreat im Wonderland oft mit Leuten verbracht, die wir dort kennengelernt haben. Wir sind zudem gespannt wen wir davon noch dieses Jahr wiedersehen werden 😊

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