Sabbatical – Warum? Wieso? Weshalb?

Während meiner ersten längeren Reise 2013 in Südostasien kam ich oftmals ins Gespräch mit Leuten, die – für mein damaliges Verständnis – schon ewig auf Reise waren. Damals kam mir das zunächst ziemlich verrückt vor. Woher kann man so viel Geld haben? Was ist mit dem Lebenslauf? Fragen mit Antworten, die ich nicht verstanden habe. Über die letzten 7 Jahre habe ich immer wieder Leute getroffen, die ein Sabbatical aus verschiedenen Gründen gemacht haben. Manchmal war die Motivation dahinter die Entdeckungslust, manchmal Elternzeit, manchmal Burnout-Prävention und manchmal der Drang ein neues Kapitel aufzuschlagen. Immer wieder hat mich der Gedanke gepackt und nie losgelassen. Mit zunehmender Reiseerfahrung und auch beruflicher Sicherheit festigte sich der Gedanke, dass ich eines Tages auch ein Sabbatical machen werde.

Im Oktober 2017, als ich krank zu Hause war und viel Zeit für Selbstreflexion hatte, fragte ich mich wieso ich das Thema aufschiebe. Ich kam schnell zur Erkenntnis, dass wie immer der erste Schritt der schwerste ist. Also los, Komfortzone verlassen und auf ins Abenteuer!Kurzerhand habe ich mir ein Flipchart genommen und die Gedanken frei kreisen lassen. Ich habe mir ein grobes Startdatum überlegt, ein Budget festgelegt und darüber nachgedacht, welche Orte ich gerne sehen würde und was ich gerne erleben/erreichen/erlernen möchte. Innerhalb einer Stunde wurden die Gedanken so klar, dass ich meinen Plan im Wohnzimmer meiner WG aufhing, um mich jeden Tag daran zu erinnern!

Aber was möchte ich genau mit einem Sabbatical erreichen? Zum einen ist da die Entdeckungslust. Ständig besuche ich neue Orte, weil es aufregend ist, weil ich das Gefühl habe die Welt etwas besser verstehen zu können. Nun ja, das Alter spielt auch eine Rolle. Mit Anfang 30 fühlt es sich so an als ob das Leben nun so richtig ernst wird. Freunde gründen Familie und bauen Häuser. Nichts was ich ausschließen würde, aber habe ich mir meinen Traum bereits erfüllt? Nein, also jetzt oder nie! Ein weiterer Grund ist, dass ich seit ca. 5 Jahren in meinem Beruf tätig bin und gerne etwas Abwechslung hätte. Zudem bin ich seit 3 Jahren in einem Unternehmen, wo mir mein Job sehr am Herzen liegt und ich gerne grundlegend Sachen anders machen möchte, Innovation vorantreiben und inspirieren möchte. Nach 3 Jahren „nur“ Arbeit stumpft dies auch etwas ab. Ich brauche selbst wieder Inspiration, um genau das weiter geben zu können. Viele Langzeitreisende fühlen sich gefangen in der Berufswelt und möchten unbedingt ausbrechen. Das ist bei mir nicht ganz so, da ich mich grundlegend mit meinem Job identifiziere. Nichtsdestotrotz sind da berechtigte Fragen wie: Liefert meine Tätigkeit einen Mehrwert für die Gesellschaft? Habe ich ausreichend Zeit für die Dinge, die ich gerne tun würde? Die Antwort ist: Nein. Also will ich mir die Zeit nehmen, um beispielsweise einen 6.000’er zu erklimmen, ein Instrument zu lernen und ein Hilfsprojekt zu unterstützen. Ich möchte über neue Themengebiete wie Nachhaltigkeit und Permakulturen lernen. Ich möchte über Menschen und Kulturen lernen. und erfahren. Und ich möchte auch über mich lernen. Dafür benötige ich Zeit. Die ist in meinem jetzigen Leben rar, genau deshalb ist es der richtige Schritt mir endlich Zeit zu nehmen.

Fast 2 Jahre später (wie geplant) und ein Monat vor dem Sabbatical fühlt es sich unglaublich an, dass dies nun alles Realität wird!

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