Negev – Wein statt Wasser

Story: Die Wüste Negev nimmt ca. 60 % der Fläche von Israel ein. Dementsprechend gering ist hier die Bevölkerungsdichte und das alltägliche Treiben. Neben landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Oliven wird hier auch Wein angebaut und produziert. Dies natürlich unter großen Anstrengungen und ohne Export. Dafür sind die Bestände zu gering. Im Negev gibt es die sog. Weinstraße mit Shops, Farmen usw. Dies kann man nicht mit der Weinstraße bspw. in Bozen vergleichen. Interessant ist sie dennoch, denn sie bringt einem das lokale Leben näher.

Do’s:

Manama

Ja, die Hauptstadt hat fast den gleichen Namen wie das Lied von der Sesamstrasse. Wie ueberall gibt es hier unzaehlige Hochhaeuser und neu erschlossenes Land. Nichtsdestotrotz wirkt die Skyline bei weitem nicht so protzig wie in Doha. Zwischen den Hochhausschluchten findet man auch immer wieder ein paar Haeuser aus der Zeit vor dem Rohstoffboom. Wer auf der Suche nach einem Ort ist, der nicht so steril wirkt, sollte sich zum Bab Al-Bahrain begeben. Dahinter findet man schmale Gassen mit Ramsch- und Gewuerzlaeden. Es erinnert stark an Suedasien. Wer so etwas mag, ist auch am Zentralmarkt gut aufgehoben.

Tagsueber scheint die Stadt manchmal zu schlafen. Nachts werden die teuren Autos rausgeholt und geprotzt. Vor allem in Juffair reiht sich Bar an Bar, wo man wahrscheinlich jede Dienstleistung erwarten kann. Waehrend man in Amsterdam oder Bangkok das Gefuehl hat, dass das Nachtleben schon immer so war, wirkt es hier hingegen aufgesetzt. In einem arabischen Land erwarte ich sowas einfach nicht. Manche nennen dies schlechten Einfluss des Westens, manche sprechen auch von Doppelmoral des Islams. Darueber kann sich jeder selbst ein Urteil bilden.

Oeffentliche Verkehrsmittel sind rar, deshalb muss man auf das Taxi zurueckgreifen. Diese fahren zwar nach Meter, jedoch muss man mit Umwegen rechnen. Wenn man sich mit Preisen auskennt, kann man eigentlich jeden Inder ansprechen. Dieser hat meist einen Freund, der Zubrot als Fahrer verdient. Legal ist die ganze Sache jedoch nicht.

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Durrat Al-Bahrain

Stolze 28 Flugminuten spaeter kommt man im naechsten Inselstaat an. Bahrain, ein Koenigreich, was die Groesse von Hamburg und Umland besitzt, glaenzt wie alles im arabischen Golf mit Luxus. Hochhaeuser, schnelle Autos und aufgeschuettete Inseln, wo ist der Unterschied zu den restlichen Laendern im arabischen Golf?

Es gilt als nicht konservativ! Die Einheimischen sind offener. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass es hier in vielen Bars Alkohol und Prostitution gibt. Willkommen im Bangkok Arabiens. Manche Leute mutmassen sogar, dass nur deshalb die Saudis eine Bruecke hierher gebaut haben.

Um dem Backpacking treu zu bleiben, habe ich mich wieder in die Jugendherberge eingenistet. Waehrend ich mich endlich mal auf einen Schlafsaal freute, wurde ich masslos enttaeuscht. Mir wurde extra ein kompletter Schlafsaal alleine zugeteilt. Die Badausstattung versetzt einen in minutenlanges Staunen.

Genau hier hab ich einen Saudi kennengelernt. 10 Minuten nach dem Aufstehen wurde ich prompt eingeladen. Was der Saudi in einer Jugendherberge macht, bleibt mir ein Raetsel. Kurzerhand ging es zu seinem Urlaubsanwesen in Durrat Al-Bahrain. Es ist die groesste aufgeschuettete Insel Bahrains und bietet alles, was man sich vorstellen kann. Ich weiss leider nicht, ob man auch als Besucher auf die Insel kommt. Der restliche Tag lief voellig normal: Essen im 5 Sterne Sheraton Hotel und Meeting im World Trade Center in voellig durchnaesster Badehose mit Flip Flops. Waehrend Freunde der Rickshawtour in 2 Tagen ein 4 Wochen Budget in Indien verbraten haben, hatte ich heute meine guenstigsten Tag auf der Reise. Verruecktes Bahrain!

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