Südasien – Reminiscing

Ein Jahr ist die Reise nun her. Schwelgen wir doch ein bisschen in Erinnerung.

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Pokhara

Raus aus dem hoechsten Gebirge der Welt, rein in die die zweitgroesste Stadt Nepals. Um von Tatopani nach Pokhara zu gelangen, muss man einen Bus nach Beni erwischen und dann dort umsteigen.

Bus fahren ist hier nicht nur gefaehrlich sondern auch muehseelig. In Tatopani wurde wieder mal der Bus nicht voll und wir warteten 2 h vergebens. Es fuhren jedoch weitere Busse vorbei, doch unser Busfahrer hatte den anderen Bussen verboten uns mitzunehmen. Da kochte die Stimmung unter den Touris. Letztlich haben wir uns zusammen geschlossen und einen Jeep organisiert. Guenstigere Alternative ist einfach loswandern und unterwegs einen Bus anhalten.

Die Hauptstrasse an der Lakeside ist voll mit Souvenirshops, gemuetlichen Restaurants und Reisebueros. Es hat nicht viel mit dem eigentlichen Nepal zu tun. Wer ein mehr urspruenglicheres Pokhara erleben moechte, ist im Old Bazar gut aufgehoben.

Den Geburtstag nicht zu Hause zu feiern ist schon was anderes. Es ist auch kein wenig schlechter als seinen Ehrentag dabei zu geniessen waehrend man seinem Hobby, oder besser gesagt seiner Leidenschaft nachgeht. Der Abend war mega entspannend mit Leuten, die ich waehrend der Trekkingtour kennengelernt habe.

Was man hier an Sightseeing machen kann? Keine Ahnung! Pokhara laedt zum Faulenzen, Essen und Trinken ein. Mit meinen neuen Bekanntschaften aus Oesterreich fiel es ausnahmsweise nicht schwer die Fuesse stillzuhalten. Das einzige Highlight war das Paragliden. Ein Mix aus Freiheit, Adrenalin und dazu schoener Aussicht sind das viele Geld wert.

Die erste Nacht habe ich im Himalayan Inn verbracht. Passend zum Geburtstag hatte ich mir endlich ein weiches Bett und ein eigenes Bad verdient. Um sich nicht an zu viel Luxus zu gewoehnen bin ich in das Hotel Elia gezogen. Basic aber vollkommen ausreichend fuer 3 € die Nacht. Falls man hier wichtige Dokumente vergisst und es erst in Kathmandu benerkt, werden diese auch kostenfrei mit dem naechsten Flieger zugesandt :D.

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Annapurna – Tatopani

Aufgrund des engen Zeitplans sind wir heute auf oeffentliche Verkehrsmittel umgestiegen. Es war ein ziemlich befreiendes Erlebnis fruehs aufzustehen und die Wanderschuhe gegen Flip Flops einzutauschen. Jeder weitere Meter mit Wanderschuhen waere ohnehin nicht moeglich, da die Achilissehne, unzaehlige Blasen und Wunden das Laufen nahezu unmoeglich machen wuerden.

Von Muktinath ging es mit dem Jeep 1,5 h nach Jomsom. Dort sind wir dann in den Bus nach Ghasa umgestiegen. Die 3,5 stuendige Fahrt hat nicht nur eine schoene Aussicht geboten, es gab auch Action. Ein Schutzengel brachte unseren Bus ca. 20 cm vor dem Abgrund zum Stoppen. Die Strassen hier kann man bestenfalls als Feldwege bezeichnen.

In Ghasa wollten wir dann den Bus nach Tatopani nehmen. Die Busse fahren hier aber nicht nach einem Plan, sondern nur wenn sie gefuellt sind. Also mussten wir laufen. Die Fuesse und der Muskelkater streikten, sodass wir nach einer Weile in einem LKW per Anhalter gefahren sind. Im Fahrerhaus zu zehnt war fuer die kleinen Kinder nicht grad komfortabel, weshalb wir weiter gelaufen sind. Ein bisschen Regen erschwerte den Fussmarsch. Zu allem Ueberfluss sind wir in ein Gewitter geraten, was mit seinem Monsunregen die Wanderausruestung auf den Pruefstand stellte. 4 h spaeter sind wir dann angekommen. So qualvoll der Weg war, so sehr hatte es sich aber auch gelohnt.

In Tatopani haben wir dann das Bier in den Hot Springs fliessen lassen. Wir hatten uns es einfach verdient.

Fuer alle Freunde des Rauschmittelkonsums das von den Einheimischen genannte Mountain Gras waechst hier ueberall wie Unkraut am Strassenrand. ABER es ist und bleibt illegal!

Das Old Kamala Guesthouse glaenzt nicht mit den Raeumen.

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Annapurna – Thorong La Pass & Muktinath

Fruehs halb 5 ging es los. Es waren nur noch 600 Hoehenmeter bis zum Ziel. Dazwischen stand aber ein 3-stuendiger Weg, Kaelte und Dunkelheit. Vor allem im Dunkeln war der Aufstieg nicht ganz ungefaehrlich. Die letzten 30 min bis zum lang ersehnten Ziel wurden im Sprint absolviert, da der Koerper voll mit Adrenalin und Endorphinen gepumpt war.

70 km und fast 3000 Hoehenmeter waren nun geschafft, um endlich bei 5416 m angekommen zu sein. Blut, Schweiss und Traenen sind geflossen fuer diesen Augenblick. Nachvollziehen kann es wahrscheinlich nur jemand, der es selbst erlebt hatte. Klar geht es darum die Natur zu geniessen. Fuer mich war es eher eine persoenliche Challenge. Grossen Dank an dieser Stelle an empli fit, die mich auf diese Tour vorbereitet haben.

Der Abstieg auf 3800 m war noch qualvoller. Die 4 h waren von Schmerzen gepraegt und an das Geniessen war nicht zu denken. Aber wir wollen nicht jammern 🙂

In Muktinath wurde dann der Triumph mit Bier begossen. Nach diversen Tagen ohne Dusche kehrte dank der warmen Dusche in der Buddha Lodge ein Stueck Menschlichkeit zurueck.

Fuer blutige Anfaenger wie mich ein paar kleine Tipps, auch wenn sie banal erscheinen:
Diamox als Medikament fuer die Hoehenkrankheit
Aufloesbares Pulver, um den widerlichen Geschmack des Wassers zu verbessern
Sonnencreme, selbst wenn man seit fast 3 Monaten durch Suedasien reist
Waermflasche, Zimmer ohne Heizung sind Standard

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Annapurna – High Camp

Heute standen stolze 700 Hoehenmeter auf 6 km an. Der Weg war einfach traumhaft. Mit meinem neuen Wegkompanen, Albert, liess es sich gleich leichter laufen.

Das High Camp befindet sich auf 4800 m Hoehe. Vorteil, man spart sich bei der morgigen Ueberquerung des Passes eine Stunde. Nachteil, man koennte schnell hoehenkrank werden, weshalb viele in Thorang Phedi uebernachten.

Im High Camp gibt es nur eine Uebernachtungsmoeglichkeit. Die Temperaturen sinken nachts unter null Grad, was die Befindlichkeit erschwert. Neben der Lodge ist ein kleiner Huegel, von wo man eine super Aussicht hat. Ausserdem dient es der Akklimatisation.

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Annapurna – Leddar

Fast 700 Hoehenmeter und 5 h spaeter sind wir in Leddar angekommen. Diesmal war der Weg atemberaubend, aber auch anstrengend. Neben einem lauerten tiefe Schluchten, die Wege waren schmal und die Sonne hat sich von ihrer besten Seite gezeigt. Endlich war alles so wie man es sich vorgestellt hat. Auf 4200 m wird nicht nur die Luft duenn, es wird auch arschkalt. Problematisch ist die Kaelte eigentlich erst dann, wenn man in der Lodge zur Ruhe kommt. Inzwischen hat sich auch herauskristallisiert wer die gleiche Route laeuft, sodass man nahezu alle Leute kennt. Ein weiterer Deutscher und ich bilden nun eine neue Reisegruppe.

Nach dem kleinen Vorfall mit der Dehydrierung macht man sich natuerlich bei jedem Anzeichen von Kopfschmerzen sorgen. Das Gute ist, dass man notfalls in 30 min wieder nach Yak Kherka absteigen kann, um der Hoehenkrankheit entgegenzuwirken.

Die Churi Leddar Lodge faellt auch nicht aus der Reihe und bietet den gleichen Komfort wie die bisherigen Lodges. 20140425-153408.jpg

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Annapurna – Manang

Fuer die 15 km von Lower Pisang nach Manang haben wir gestern 4 h gebraucht. Waehrend der Anstieg von 290 Metern gleich zum Anfang zu verzeichnen war, konnte der restlich Weg entspannt angegangen werden. Man kann sogar sagen, dass der Lower Trail langweilig ist. Hinzu kam noch schlechtes Wetter und Wehwehchen wie Blasen, Wunden etc. Der Upper Trail soll besser sein, dauert aber 3 h laenger. Gesehen haetten wir sowie so nichts.

Manang gilt als letztes Dorf, um sich ausreichend fuer die naechsten Tage auszuruesten. Ausserdem bleiben die meisten Trekker hier 2 Naechte, um sich zu akklimatisieren. Generell ist die Nachmittagsbeschaeftigung meist rar. In Manang kann man aber zu einem Gletscher wandern, im Hotel Northpole Wanderfilme anschauen oder das taeglich um 3 Uhr stattfindende Seminar ueber Hoehenkrankheit bei Himalayan Rescue Service besuchen.

In Manang erkranken 50 % an Hoehenkrankheit. In den 2 Tagen musste leider dreimal der Helikopter Leute abtransportieren. Die Symptome treten unabhaengig von Alter, Fitnessstand etc. auf. Auch ich bin nicht ganz verschont geblieben, sodass ich gestern Abend Arztbesuch hatte. Nun auf dem starken Weg der Besserung sollte der weitere Aufstieg morgen moeglich sein. In meiner Fall war ich wohl einfach dehydriert. Bei dem nicht gut schmeckenden Wasser kann das schon mal vorkommen. Spaetestens an dieser Stelle hat sich ein Guide gelohnt.

Die Naechte sind nun so kalt, dass man mit Kleidung schlaffen muss. In meinem Zimmer waren letzte Nacht 5 Grad. Wenn die Sonne nicht scheint, wird es auch schwierig mit warm duschen. Kalt duschen haelt man nicht aus. Also heisst es ausharren bis die naechste warme Dusche in Sicht ist. Jeglicher westlicher Komfort in der Badeinrichtung ist nun auch Fehlanzeige.

Das Hotel Yak ist eigentlich ganz gut, da es aber Hotels zum gleichen Preis mit Wifi gibt, wird es dieser Lodge schwer fallen mit der Konkurrenz mitzuhalten. Uebrigens, die Internetverbindung reicht nur aus um Textnachrichten zu senden. Laden von Fotos ist unmoeglich. Da es aber grad zu einem schrecklichen Unglueck am Everest Base Camp kam, ist es wohl Gold wert, Bescheid geben zu koennen, dass man wohl auf ist.20140425-121330.jpg20140425-121339.jpg20140425-121404.jpg20140425-121354.jpg20140425-121425.jpg

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