Mumbai – Elephanta Island

Heute ging es fuer Nicht-Geschaedigte von gestern Abend zur Elephanta Island. Dort stehen die Hoehlentempel von Gharapuri. Die Fahrt war ziemlich unspektakulaer. Man faehrt nur an Frachtschiffen und Industriehaefen vorbei. Die Hoehlen sind jedoch sehenswert. Um dort hin zu gelangen muss man eine 90-minuetige Bootsfahrt vom Gate of India auf sich nehmen.

Nachmittags mussten wir unsere geliebten Rickshaws abgeben. Dafuer waren wir auf einer 40 km langen Abschiedstournee. Wir haben es das letzte Mal genossen von Leuten bejubelt und belaechelt zu werden. Uebrigens 40 km spaeter waren immer noch in Mumbai. Wahnsinn, wie gross die Stadt ist. Wir werden unsere Rickshaws vermissen!

Hiermit entlasse ich auch ganz offiziell meine Reisegruppe, die sich nun noch ein paar Tage in der arabischen Lasterhöhle Bahrain austoben darf.

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Mumbai – Dhavari Slum & Churchgate

Heute gab es eine Sightseeingtour der anderen Art. Das Dhavari Slum wird oft als groesstes Slum Asiens bezeichnet, was es aber nicht ist. Hier leben ca. 1 Million Menschen und die Bevoelkerungsdichte ist noch 3 mal hoeher als in Mumbai selbst. Durch die immer groesser werdende Stadt liegt das Slum inzwischen relativ zentral in Mumbai. Generell ist es total normal hier in einem Slum zu wohnen, denn ca. 60 % aller Einwohner Mumbais leben dort.

Beeindruckend war die Geschaeftstuechtigkeit. Wir sahen wie Plastik und Aluminium recyclet wurde, Ledersachen und Tongefaesse hergestellt wurden. Generell war es nicht so schlimm wie erwartet. Die Gerueche hielten sich in Grenzen. Die Anblicke waren teils gewoehnungsbeduerftig. Festes Schuhwerk ist zu empfehlen, denn das „Abwasser“ fliesst ueberall lang. Übrigens die Fotos stammen von Postkarten. Selber Fotos machen waere unangemessen gewesen.

Die Tour war informativ und einfach anders. 80 % der Einnahmen werden an eine soziale Einrichtung weitergegeben, die u.a. eine Schule betreiben! Reality Tours bieten auch weitere interessante Touren, wie die Street Food Tour, an.

Den Nachmittag haben wir kontrastreich gestaltet. Die Strandpromenade in Churchgate mit den Hochhaeusern kann sich sehen lassen. Spaetestens jetzt sollten einem die krassen Unterschiede bewusst sein. Wer eine Dachterrasse mit Strandblick sucht, dem ist das Saffron Bay zu empfehlen.

Aufgrund eines Geburtstages in unserer Runde wird heute das Nachtleben ausgetestet. Diese Erfahrungsberichte werden hier aber nicht geteilt!

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Mumbai – Colaba & Fort Area

Heute standen die letzten 120 km nach Mumbai an. Die 5-stuendige Fahrt war eigentlich nichts besonderes, abgesehen davon, dass wir jeden Meter mit unseren treuen Rickshaws genossen haben. Die 2200 km hinterliessen sichtlich Spuren bei unseren Fahrzeugen. Ziemlich verdreckt, mehr Kabelbinder als Schrauben und ein paar lose Teile schmuecken nun unsere Rickshaws. Unser fast taegliches Problem, ein loser Auspuff, trat auch heute auf. Diesmal loeste sich der Auspuff jedoch vollstaendig vom Kruemer, was sich durch lautes Knattern bemerkbar machte.

In der Planungsphase meinten alle indischen Freunde und auch so manche Leute aus der Heimat, dass unser Vorhaben schlichtweg nicht moeglich ist. An dieser Stelle wollen wir eine kleine Lebensweisheit hinzufuegen: „When somebody tells you it can’t be done, it’s more a reflection of their limitations.“ Und ja, dafuer packen wir auch 5 € ins Phrasenschwein.

Mumbai, die groesste und reichste Stadt Indiens hat uns in den ersten Stunden die Sprache verschlagen. Die Gebaeude in den Stadtteilen Colaba und Fort Area stammen unverkennbar aus der britischen Kolonialzeit. Es erinnert an Europa und genau deshalb finden wir die Stadt wahrscheinlich so gut. Das Victoria Terminus und das Gateway of India sind wohl die beeindruckendsten Gebaeude hier.

Das YWCA Hotel ist ganz schoen teuer, so wie alle Hotels in Mumbai. Der Service und das Essen sind aber in Ordnung, sodass man es hier gut aushalten kann.20140327-214417.jpg20140327-214445.jpg20140327-214513.jpg

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Alibag

Gestern haben wir unsere vorletzte Etappe mit 140 km bewaeltigt. Die Fahrt war etwas unspannend, denn teils fuehrte die Strecke ueber gut ausgebaute Strassen. Deshalb haben wir uns entschieden eine kleinen Abstecher nach Lonavla zu machen. Dort waren uns Fahrspass und eine gute Aussicht geboten. Mit der Gegend um Mahabaleshwar kann sie aber nicht mithalten. Pannenfrei waren wir auch diesmal nicht. Es musste wie immer der Vergaser gereinigt werden.

In Alibag sollte man sich das Kolaba Fort und das Korlai Fort anschauen.

Die Straende in Alibag wirken ein bisschen wie an der Ostsee 🙂 Zu Gute kommt jedoch, dass hier nicht allzu viel los ist, sodass wir die ganzen Straende mit der Rickshaw abfahren konnten.

Die Karpe Wadi Anlage ist super. Zwischen den vielen Haengematten unter Palmen findet man sicherlich ein guten Platz zum Entspannen. Die Zimmer sind eher Durchschnitt.20140326-152527.jpg20140326-152537.jpg20140326-152623.jpg20140326-152634.jpg20140326-152644.jpg20140326-152742.jpg20140326-153732.jpg
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Pune

Heute machten wir uns auf den Weg nach Pune, der zweitgroessten Stadt Maharashtras. Fuer die 120 km lange Strecke haben wir 5 h benoetigt. Wir haben auch mal wieder etwas fuer die Pannenstatistik getan, 1-mal Auspuff befestigen und 1-mal Vergaser reinigen. Fuer unseren gelben Engel, Ralf, ist das aber schon Routinearbeit, sodass wir nicht allzu viel Zeit eingebuesst haben.

Waehrend unserer Sightseeingtour haben wir uns dem Aga Khan und dem Shaniwarwada Palast gewidmet. Kleiner Hoehepunkt war der Ausflug zum Parvati Hill. Dieser liegt in einer sehr armen Region Punes, was die Sache etwas spannender machte. Generell wirken die Leute hier sehr jung, was an den vielen Bildungsinstituten liegt. Auf der anderen Seite haben wir noch nie so viele Bettler gesehen. Zum Abschluss des Tages sind wir dem Shoppingwahn auf der Mahadma Ghandi Roaf verfallen.

Kleine Notiz am Rande: Wer hier Westler mit roten Roben begegnet, hat Mitglieder der Osho Kommune getroffen. Diese Kommune ist als Sex Kommune bekannt und hat weltweit eine grosse Anhaengerschaft.

Die Unterkuenfte hier sind leicht teurer. Das Preis-Leistungsverhaeltnis vom Hotel Surya Villa geht in Ordnung. Das dazu gehoerende Yogi Tree Restaurant ist bei lokalen Speisen sehr zu empfehlen.

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Mahabaleshwar

Die 9-stuendige Fahrt und die 200 km hierher war bisher die wohl schoenste Strecke. Es ging ueber zig Paesse, Taeler etc. Die Aussicht war genial und der Fahrspass kam nicht zu kurz, sodass der lange Umweg sich gelohnt hatte.

Gestern hatten wir uns dann ein Auto gemietet und haben uns zu den ganzen Aussichtspunkten fahren lassen. Wandern ist hier nicht noetig, da sich Mahabaleshwar schon auf einem 1500 m hohen Plateau befindet. Die besten Aussichtspunkte waren der Kates Point und Arturs Seat, wo man den Ausblick in die Canyons am besten geniessen kann. Wenn man schon nach Old Mahabaleshwar faehrt, sollte man zum Krishna Tempel gehen. Der Connaught Peak gilt als kleiner Insidertipp. Zum Sonnenuntergang ist der Lodwick Point zu empfehlen.

Verglichen mit Madikeri ist die Mahabaleshwar-Region einfach ein Stueck weit schoener. Die Gegend ist touristisch gut erschlossen, zum Glueck nur von Indern. Es war definitiv eins unserer Highlights auf der Reise.

Das Hotel Elsies, was bis vor kurzem nur ein Baeckerei war, ist guenstig und liegt direkt am zentralen Markt. So wie es aussieht, wurde die Unterkunft erst vor kurzem renoviert, wodurch es ziemlich sauber und ordentlich ist. Unser Lieblingslokal war das Restaurant Meghdoot. Die lokalen Speisen sind super und auch das Strong Beer in verschiedenen Varianten schmeckt.

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Wie fahre ich eine Rickshaw?

Rickshaws, auch Tuk Tuk oder 3 Wheeler genannt, sind wohl die am haeufigst vorkommenden Fahrzeuge in Sued- und Suedostasien. Der eine oder andere mag sie auch aus seinem Italienurlaub kennen.

In Indien gibt es 3 verschiedene Arten: Diesel-, LPG- und Benzin-Motor, wobei letzteres mit einem Gemisch faehrt. Unsere Rickshaws fahren mit dem Benzin-Oel Gemisch. Die 2-Taktmotoren haben ca. 8 PS. Die Fahrzeuge bieten genug Platz fuer 3 Personen und deren Gepaeck.

Wir sind unterwegs mit der einfachsten Variante der Motorrickshaws. Diese ist ausgefuehrt mit oben erwaehnten 2-Takt Motor ohne den Komfort spaeterer Modelle (BJ ’97). Gestartet wird das Fahrzeug ueber einen Kickstarter. Die Bedienung erfolgt ueber einen Handhebel vom Fahrersitz aus. Zur Fortbewegung ist das Fahrzeug mit 4 Vorwaertsgaengen und einem Rueckwaertsgang ausgestattet. Geschaltet wird an einem motorradaehnlichen Lenker in dem der Kupplungshebel gezogen und die ganze Griffarmartur nach oben bzw. nach unten gedreht wird. Zum Gas geben dient ein konventioneller Motorraddrehgriff. Gebremst wird mit dem einzigen Pedal, welches wie im Auto im Fussraum steht. Als Feststellbremse ist der naechste Stein zu suchen. Dann Rock ’n Roll!

Die Maximalgeschwindigkeit bergab betraegt 70 km/h. Mit rund 60 km/h kann man gemuetlich ueber die Ueberlandstrassen fahren, wenn es die Strassenverhaeltnisse zulassen. Polizeikontrollen waren bisher rar. Man sollte aber sicherstellen, dass man alle Fahrzeugpapiere und den internationalen Fuehrerschein dabei hat. Notfalls sollte man alle Probleme mit einer kleinen Spende loesen koennen. Maut faellt in den Bundesstaaten Tamil Nadu und Kanataka nicht an.

Generell sieht der Verkehr hier schlimmer aus als er ist. Er wirkt zwar etwas chaotisch aber letztlich nimmt jeder auf jeden etwas Ruecksicht.

Regel 1: Sich nur um den Verkehr kuemmern, der vor einem faehrt.

Regel 2: Die Hupe nutzen, um sich bemerkbar zu machen.

Regel 3: Auf Kuehe achten (gilt auch fuer Hunde und Elefanten).

Regel 4: Vorsicht mit den Busfahrern. Sie sind die Ruecksichtslosesten.

Regel 5: Tempolimit missachten und sich dem Verkehrsfluss anpassen.

Regel 6: Der Blinker wird meist nur bei Kehrtwenden benutzt.

Regel 7: Extrem langsame LKW’s bei Steigungen.

Regel 8: Geisterfahrer lauern ueberall.

Regel 9: Als „Weisser“ im indischen Strassenverkehr gilt man als Attraktion. Vorsicht mit den Glotzern.

Regel 10: Moechten sie die Autobahn doch einmal in entgegengesetzter Richtung befahren, was durchaus ueblich ist, so ist das Fernlicht anzuschalten. Adaequates Vorgehen bei Ueberholen mit Gegenverkehr.

Haeufig auftretende Reparaturmassnahmen:
Zuendkerze wechseln/reinigen
Verstopfte Vergaserdueser ausblasen
Lose Teile wieder befestigen20140319-092322.jpg20140319-092302.jpg20140319-092252.jpg20140319-103533.jpg20140319-103716.jpg20140319-103738.jpg